Putzträger – Schilfrohrgewebe als traditioneller Putzträger

Schilfrohrgewebe ist ein traditioneller Putzträger und wurde schon im 18. Jahrhundert verwendet. Heutzutage wird Schilfgewebe als Putzträger vor allem beim biologischen Bauen und im Bereich der Denkmalpflege als historischer Baustoff eingesetzt. Es besinnen sich jedoch immer mehr Stuckateure auf diesen seit Jahrhunderten bewährten Baustoff und setzen Ihnen vermehrt auch für Gipsputz ein.

Schilfrohrgewebe als Putzträger

Schilfrohrgewebe als Putzträger

Das Schilfgewebe als Putzträger hat in der Regel 70 -80 Stängel pro laufendem Meter. Beim Binden der Schilfhalme entstehen somit 2-5mm große Abstände zwischen den einzelnen Halmen. Wird das Schilfgewebe mit Lehm, Kalk oder Gips verputzt, drückt sich der Putz zwischen die Abstände der einzelnen Schilfhalme. Durch die runde Form der Schilfhalme, verankert sich der Putz zwischen den einzelnen Halmen. Je nach Anwendungsgebiet gibt es eine unterschiedliche Anzahl an Halmen. Für das Verputzen einer einfachen Wand reicht ein 70-stängeliges Schilfrohrgewebe. Höhere Anforderungen an das Gewebe stellen z.B. Dachschrägen und Decken, hier empfiehlt es sich, ein stärkeres und dichteres Gewebe aus 75-80 Halmen pro laufendem Meter zu verwenden.

Putzträger aus Schilf: Qualitäten

Die Qualität eines Putzträgers aus Schilf hängt im Wesentlichen von den verwendeten Halmen und dem verwendeten Draht ab.
Die Halme eines Schilfrohrgewebes sollten nicht zerdrückt sein, es sollten nur 1-jährige Halme, am besten trocken gelagert und mit gelber Färbung für die Herstellung von Putzträgern verwendet werden. Das Gewebe selber sollte aus Halmen der gleichen Länge und Stärke (max. 10mm) gefertigt werden.

Minderwertiges Schilfrohrgewebe zeichnet sich dadurch aus, dass halbe und abgebrochene Halme verwendet wurden. Schilfhalme, die länger im Feld gestanden haben sind meist sehr brüchig und haben eine graue Färbung.
Bei dem verwendeten Draht kommt es auf die Schichtstärke der Verzinkung an. Schlechtes Schilfrohrgewebe ist an feinen Roststellen, an den Biegungen des Bindedrahtes zu erkennen.

Schilfrohrgewebe wird im ökologischen Bauen auch als verlorene Schalung z.B. für Leichtlehmputz (ein Dämmputz aus Lehm und Beimengungen wie z.B. Kork, Holz oder Blähton) verwendet. Dabei wird Schilfrohrgewebe auf einer Unterkonstruktion befestigt und der Leichtlehm hinter das Gewebe eingebracht und verfestigt. Hier eignen sich auch die 100-stängeligen Schilfrohrmatten, die normalerweise als Sichtschutz im Garten eingesetzt werden.

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